Häufig gesucht: Projekte Aktuelles Spenden
← Zurück zu allen Projekten

Ginsterbeseitigung FFH-Heidelandschaft

Wo sich Ginster über eine seltene Sandheide legt, verschwinden Laufkäfer, Grashüpfer und Wiedehopf. Mit 5.000 Euro half die Stiftung, den Lebensraum wieder freizulegen.

Nahaufnahme eines gelb blühenden Ginsters vor wolkigem Himmel Foto: Frederick Adegoke Snr. / Pexels

Foto: Frederick Adegoke Snr. / Pexels

Nahaufnahme eines gelb blühenden Ginsters vor wolkigem Himmel

Als Stiftung für Natur- und Tierschutz fördern wir Vorhaben, die einem konkreten Lebensraum zugutekommen. Im Frühjahr 2026 war das eine Sandheide unweit des Frankfurter Flughafens: das FFH-Gebiet „Heidelandschaft westlich Mörfelden-Walldorf mit angrenzenden Flächen“. Mit 5.000 Euro haben wir dort geholfen, wuchernden Ginster zu entfernen und einen der letzten offenen Heidezüge im Rhein-Main-Gebiet zu bewahren.

Ein seltener Lebensraum mitten im Ballungsraum

Das rund drei Kilometer lange und 150 bis 200 Meter breite FFH-Gebiet zieht sich über fünf Gemarkungen (Rüsselsheim, Raunheim, Kelsterbach, Mörfelden-Walldorf und Bischofsheim) und gehört zum Vogelschutzgebiet „Mönchbruch und Wälder bei Mörfelden-Walldorf und Groß-Gerau“. Als Teil des europäischen Natura-2000-Netzes steht die Fläche unter strengem Schutz; für sie gilt ein Verschlechterungsverbot. Offene Sandheiden wie diese sind im dicht besiedelten Rhein-Main-Gebiet selten geworden und beherbergen Arten, die anderswo kaum noch Platz finden.

Warum der Ginster zur Gefahr wird

Seit einigen Jahren breiten sich Besenginster, Vielblütiger Geißklee und Stechginster stark aus. Nach Einschätzung von Schutzgebietsbetreuer Erik Opper ist inzwischen rund ein Viertel des Gebiets von den schnell wachsenden Sträuchern überzogen, die bis zu drei Meter hoch werden. Sie beschatten den offenen Sandboden, auf den zahlreiche wärmeliebende Spezialisten angewiesen sind. Als Indikator dienen die Laufkäfer: In den überwucherten Bereichen ist ihre Artenvielfalt um rund 80 Prozent eingebrochen. Auch der rotleibige Grashüpfer, die gefleckte Keulenschrecke, der Sand-Kamelläufer und die seltene Rote Röhrenspinne verlieren ihren Lebensraum; der Wiedehopf wurde seit zwei Jahren nicht mehr gesichtet. Mit Kanadischer Goldrute und Amerikanischer Kermesbeere drängen weitere invasive Pflanzen nach.

„Wo der Ginster weicht, kehrt Leben zurück: offener Sand, Wärme und Licht – die Grundlage für Dutzende hoch spezialisierte Arten.“

Anliegen der Sylvia und Hubert Schneider-Gedenkstiftung

Warum reines Häckseln nicht genügt

Lange wurde versucht, den Ginster nur zu mulchen und zu häckseln. Doch die Sträucher treiben aus den im Boden verbliebenen Wurzeln immer wieder aus. Die weitere Ausbreitung ließ sich so nicht nachweislich verhindern. Deshalb haben sich Erik Opper, Hessen Forst und die Obere Naturschutzbehörde für einen anderen Weg entschieden, um die noch intakten Sandheiden zu retten.

Die Lösung: Ginster samt Wurzel ziehen

Mit einem Spezialbagger zieht Landschaftspfleger Timo Kübler die Ginsterbüsche mitsamt ihren Wurzeln aus dem Sand. Anschließend wird das Material gehäckselt und abtransportiert, zur Dekompostierungsanlage in Wallerstädten, die den Grünschnitt kostenfrei zur Verkohlung übernimmt. Erik Opper spricht von einem Paradigmenwechsel in der Pflege der Heidelandschaft. Emilie Strenzke von der Funktionsstelle Naturschutz bei Hessen Forst betont, wie wichtig die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten für den Erfolg ist.

Was unsere Förderung bewirkt

Im Pflegeplan des FFH-Gebiets sind 15.000 Euro für die Maßnahme vorgesehen. Ein Drittel davon, 5.000 Euro, hat unsere Stiftung beigesteuert. Der Bezug ist eng: Erik Opper, der das Schutzgebiet betreut, ist zugleich ehrenamtlich stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Schneider-Gedenkstiftung. Ist ein Mitglied unserer Gremien mit einem Vorhaben verbunden, wirkt es an der Entscheidung darüber nicht mit. So bleibt Ortskenntnis ein Gewinn, ohne dass sie über die Förderung entscheidet. Wie eine Förderung bei uns grundsätzlich abläuft, steht auf der Seite .

Die Heidelandschaft bei Mörfelden-Walldorf zeigt, was Naturschutz im Ballungsraum leisten kann, wenn Behörden, Forst und Stiftungen zusammenwirken. Für uns ist sie ein Beispiel dafür, wie gezielte Förderung einen bedrohten Lebensraum offenhält, Jahr für Jahr ein Stück mehr.

Das nächste Projekt beginnt mit Ihnen

Mit Ihrer Spende helfen Sie uns, das nächste Vorhaben auf den Weg zu bringen. Für Lebensräume vor der Haustür und für Tiere in Not.

Jetzt spenden